Beide Buddhismus — worin sie sich trennen

Säkularer Buddhismus und Vajrayana-Buddhismus (tibetisch)

Nahe Verwandte, und genau deshalb sind die 8 Achsen, auf denen sie abweichen, der interessante Teil. Mittlerer Abstand über alle siebzehn Achsen: 0.40 (0 hieße identisch).

Säkularer BuddhismusBuddhismus

Praxis und Psychologie behalten, die Kosmologie beiseitegelegt: keine wörtliche Wiedergeburt, keine übernatürlichen Behauptungen, keine Autorität jenseits dessen, was Sie in der eigenen Erfahrung prüfen können. Eine naturalistische Lesart des Kanons, keine Ablehnung desselben.

Vajrayana-Buddhismus (tibetisch)Buddhismus

Mahayana-Ziele mit tantrischen Mitteln: eine ausgearbeitete Gottheitenpraxis, ein Lehrer, dessen Autorität zentral ist, und ein Gebrauch von Körper und Leidenschaften als Weg statt als Hindernis. Die rituell dichteste Form des Buddhismus hier.

Worin sie übereinstimmen

  • E2 Ursprung des Kosmos

    Beide liegen bei anfangslos oder natürlich — ein Abstand von 0.00.

  • C3 Die menschliche Lage

    Beide liegen bei unwissend, aber im Grunde heil — ein Abstand von 0.03.

  • E4 Stellung der Natur

    Sie liegen bei zwischen „Schöpfung, zum Gebrauch gegeben“ und „beseelt und selbst heilig“ beziehungsweise eher „beseelt und selbst heilig“ — ein Abstand von 0.12.

Worin sie sich trennen

  • B3 Institutionelle Autorität

    Säkularer Buddhismus: das eigene Gewissen entscheidet. Vajrayana-Buddhismus (tibetisch): Klerus und Tradition entscheiden. Ein Abstand von 0.77 auf einer Achse, die von „Klerus und Tradition entscheiden“ bis „das eigene Gewissen entscheidet“ reicht.

  • A3 Vielheit

    Säkularer Buddhismus: streng eines. Vajrayana-Buddhismus (tibetisch): eher „viele Mächte und Geister“. Ein Abstand von 0.75 auf einer Achse, die von „streng eines“ bis „viele Mächte und Geister“ reicht.

  • C2 Gestalt der Zeit

    Säkularer Buddhismus: eher „ein Leben, dann das Gericht“. Vajrayana-Buddhismus (tibetisch): zyklische Wiederkehr. Ein Abstand von 0.70 auf einer Achse, die von „ein Leben, dann das Gericht“ bis „zyklische Wiederkehr“ reicht.

  • A1 Göttliche Wirklichkeit

    Säkularer Buddhismus: nichts über das Natürliche hinaus. Vajrayana-Buddhismus (tibetisch): eher „eine göttliche Wirklichkeit existiert gewiss“. Ein Abstand von 0.66 auf einer Achse, die von „nichts über das Natürliche hinaus“ bis „eine göttliche Wirklichkeit existiert gewiss“ reicht.

  • D2 Stellenwert des Rituals

    Säkularer Buddhismus: eher „freigestellt oder nicht vorhanden“. Vajrayana-Buddhismus (tibetisch): wesentlich und vorgeschrieben. Ein Abstand von 0.65 auf einer Achse, die von „wesentlich und vorgeschrieben“ bis „freigestellt oder nicht vorhanden“ reicht.

  • A2 Personhaftigkeit

    Säkularer Buddhismus: unpersönliches Prinzip oder unpersönliche Ordnung. Vajrayana-Buddhismus (tibetisch): zwischen „unpersönliches Prinzip oder unpersönliche Ordnung“ und „ein personhaftes Gegenüber, das man ansprechen kann“. Ein Abstand von 0.53 auf einer Achse, die von „unpersönliches Prinzip oder unpersönliche Ordnung“ bis „ein personhaftes Gegenüber, das man ansprechen kann“ reicht.

  • B2 Lesart heiliger Texte

    Säkularer Buddhismus: metaphorisch, oder gar kein Text. Vajrayana-Buddhismus (tibetisch): zwischen „wörtlich und bindend“ und „metaphorisch, oder gar kein Text“. Ein Abstand von 0.45 auf einer Achse, die von „wörtlich und bindend“ bis „metaphorisch, oder gar kein Text“ reicht.

  • E1 Ausschließlichkeit

    Säkularer Buddhismus: viele gültige Wege. Vajrayana-Buddhismus (tibetisch): zwischen „ein einziger wahrer Weg“ und „viele gültige Wege“. Ein Abstand von 0.40 auf einer Achse, die von „ein einziger wahrer Weg“ bis „viele gültige Wege“ reicht.

Alle siebzehn Achsen

AchseSäkularer BuddhismusVajrayana-Buddhismus (tibetisch)Abstand
A1 Göttliche Wirklichkeitnichts über das Natürliche hinauseher „eine göttliche Wirklichkeit existiert gewiss“0.66
A2 Personhaftigkeitunpersönliches Prinzip oder unpersönliche Ordnungzwischen „unpersönliches Prinzip oder unpersönliche Ordnung“ und „ein personhaftes Gegenüber, das man ansprechen kann“0.53
A3 Vielheitstreng eineseher „viele Mächte und Geister“0.75
A4 Orteher „ganz in ihr gegenwärtig“ganz in ihr gegenwärtig0.18
B1 Quelle der WahrheitVernunft und unmittelbare Erfahrungzwischen „offenbart und feststehend“ und „Vernunft und unmittelbare Erfahrung“0.40
B2 Lesart heiliger Textemetaphorisch, oder gar kein Textzwischen „wörtlich und bindend“ und „metaphorisch, oder gar kein Text“0.45
B3 Institutionelle Autoritätdas eigene Gewissen entscheidetKlerus und Tradition entscheiden0.77
C1 Fortbestand des Selbstendet mit dem Todzwischen „endet mit dem Tod“ und „besteht in irgendeiner Form fort“0.38
C2 Gestalt der Zeiteher „ein Leben, dann das Gericht“zyklische Wiederkehr0.70
C3 Die menschliche Lageunwissend, aber im Grunde heilunwissend, aber im Grunde heil0.03
D1 Weg zum höchsten Gutdurch Anstrengung oder Einsicht erlangteher „durch Anstrengung oder Einsicht erlangt“0.23
D2 Stellenwert des Ritualseher „freigestellt oder nicht vorhanden“wesentlich und vorgeschrieben0.65
D3 Der Körperzwischen „zu zügeln“ und „zu feiern“zwischen „zu zügeln“ und „zu feiern“0.20
E1 Ausschließlichkeitviele gültige Wegezwischen „ein einziger wahrer Weg“ und „viele gültige Wege“0.40
E2 Ursprung des Kosmosanfangslos oder natürlichanfangslos oder natürlich0.00
E3 Ort der Zugehörigkeiteine persönliche Entscheidungzwischen „ein Volk, ererbt“ und „eine persönliche Entscheidung“0.32
E4 Stellung der Naturzwischen „Schöpfung, zum Gebrauch gegeben“ und „beseelt und selbst heilig“eher „beseelt und selbst heilig“0.12

Die Positionen von Säkularer Buddhismus stützen sich vor allem auf Batchelor, Buddhism Without Beliefs (1997) and After Buddhism (2015); die von Vajrayana-Buddhismus (tibetisch) auf Tibetan tantric commentarial literature and Lamrim texts. Die Quellen je Zelle stehen auf der Seite der jeweiligen Tradition.

Welche der beiden steht Ihnen näher?

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