Beide Ostasiatisch — worin sie sich trennen

Philosophischer Daoismus und Religiöser Daoismus

Nahe Verwandte, und genau deshalb sind die 8 Achsen, auf denen sie abweichen, der interessante Teil. Mittlerer Abstand über alle siebzehn Achsen: 0.35 (0 hieße identisch).

Philosophischer DaoismusOstasiatisch

Das Dao ist, wie die Dinge laufen, kein Wesen, das sie einrichtet — der Schritt besteht also darin, das Eingreifen zu lassen und im Einklang mit ihm zu handeln. Fast kein Ritual, fast keine Autorität, und ein Naturalismus, der bei Ehrfurcht ankommt statt bei Entzauberung.

Religiöser DaoismusOstasiatisch

Dieselbe Kosmologie, nur mit Personal: eine weitläufige himmlische Bürokratie, eine geweihte Priesterschaft, Liturgie, Talismane und das Streben nach leiblicher Überschreitung durch innere Alchemie. In Ritual und Autorität praktisch das Gegenteil seines philosophischen Geschwisters.

Worin sie übereinstimmen

  • E4 Stellung der Natur

    Beide liegen bei beseelt und selbst heilig — ein Abstand von 0.00.

  • D1 Weg zum höchsten Gut

    Beide liegen bei eher „durch Anstrengung oder Einsicht erlangt“ — ein Abstand von 0.05.

  • E2 Ursprung des Kosmos

    Sie liegen bei anfangslos oder natürlich beziehungsweise eher „anfangslos oder natürlich“ — ein Abstand von 0.10.

Worin sie sich trennen

  • D2 Stellenwert des Rituals

    Philosophischer Daoismus: eher „freigestellt oder nicht vorhanden“. Religiöser Daoismus: wesentlich und vorgeschrieben. Ein Abstand von 0.77 auf einer Achse, die von „wesentlich und vorgeschrieben“ bis „freigestellt oder nicht vorhanden“ reicht.

  • B3 Institutionelle Autorität

    Philosophischer Daoismus: eher „das eigene Gewissen entscheidet“. Religiöser Daoismus: eher „Klerus und Tradition entscheiden“. Ein Abstand von 0.64 auf einer Achse, die von „Klerus und Tradition entscheiden“ bis „das eigene Gewissen entscheidet“ reicht.

  • C1 Fortbestand des Selbst

    Philosophischer Daoismus: eher „endet mit dem Tod“. Religiöser Daoismus: besteht in irgendeiner Form fort. Ein Abstand von 0.63 auf einer Achse, die von „endet mit dem Tod“ bis „besteht in irgendeiner Form fort“ reicht.

  • A3 Vielheit

    Philosophischer Daoismus: eher „streng eines“. Religiöser Daoismus: viele Mächte und Geister. Ein Abstand von 0.62 auf einer Achse, die von „streng eines“ bis „viele Mächte und Geister“ reicht.

  • A2 Personhaftigkeit

    Philosophischer Daoismus: unpersönliches Prinzip oder unpersönliche Ordnung. Religiöser Daoismus: eher „ein personhaftes Gegenüber, das man ansprechen kann“. Ein Abstand von 0.60 auf einer Achse, die von „unpersönliches Prinzip oder unpersönliche Ordnung“ bis „ein personhaftes Gegenüber, das man ansprechen kann“ reicht.

  • B1 Quelle der Wahrheit

    Philosophischer Daoismus: eher „Vernunft und unmittelbare Erfahrung“. Religiöser Daoismus: eher „offenbart und feststehend“. Ein Abstand von 0.47 auf einer Achse, die von „offenbart und feststehend“ bis „Vernunft und unmittelbare Erfahrung“ reicht.

  • B2 Lesart heiliger Texte

    Philosophischer Daoismus: eher „metaphorisch, oder gar kein Text“. Religiöser Daoismus: eher „wörtlich und bindend“. Ein Abstand von 0.45 auf einer Achse, die von „wörtlich und bindend“ bis „metaphorisch, oder gar kein Text“ reicht.

  • A1 Göttliche Wirklichkeit

    Philosophischer Daoismus: zwischen „nichts über das Natürliche hinaus“ und „eine göttliche Wirklichkeit existiert gewiss“. Religiöser Daoismus: eine göttliche Wirklichkeit existiert gewiss. Ein Abstand von 0.45 auf einer Achse, die von „nichts über das Natürliche hinaus“ bis „eine göttliche Wirklichkeit existiert gewiss“ reicht.

Alle siebzehn Achsen

AchsePhilosophischer DaoismusReligiöser DaoismusAbstand
A1 Göttliche Wirklichkeitzwischen „nichts über das Natürliche hinaus“ und „eine göttliche Wirklichkeit existiert gewiss“eine göttliche Wirklichkeit existiert gewiss0.45
A2 Personhaftigkeitunpersönliches Prinzip oder unpersönliche Ordnungeher „ein personhaftes Gegenüber, das man ansprechen kann“0.60
A3 Vielheiteher „streng eines“viele Mächte und Geister0.62
A4 Ortganz in ihr gegenwärtigeher „ganz in ihr gegenwärtig“0.13
B1 Quelle der Wahrheiteher „Vernunft und unmittelbare Erfahrung“eher „offenbart und feststehend“0.47
B2 Lesart heiliger Texteeher „metaphorisch, oder gar kein Text“eher „wörtlich und bindend“0.45
B3 Institutionelle Autoritäteher „das eigene Gewissen entscheidet“eher „Klerus und Tradition entscheiden“0.64
C1 Fortbestand des Selbsteher „endet mit dem Tod“besteht in irgendeiner Form fort0.63
C2 Gestalt der Zeiteher „zyklische Wiederkehr“zwischen „ein Leben, dann das Gericht“ und „zyklische Wiederkehr“0.15
C3 Die menschliche Lageunwissend, aber im Grunde heileher „unwissend, aber im Grunde heil“0.13
D1 Weg zum höchsten Guteher „durch Anstrengung oder Einsicht erlangt“eher „durch Anstrengung oder Einsicht erlangt“0.05
D2 Stellenwert des Ritualseher „freigestellt oder nicht vorhanden“wesentlich und vorgeschrieben0.77
D3 Der Körperzwischen „zu zügeln“ und „zu feiern“eher „zu feiern“0.14
E1 Ausschließlichkeiteher „viele gültige Wege“zwischen „ein einziger wahrer Weg“ und „viele gültige Wege“0.20
E2 Ursprung des Kosmosanfangslos oder natürlicheher „anfangslos oder natürlich“0.10
E3 Ort der Zugehörigkeiteher „eine persönliche Entscheidung“zwischen „ein Volk, ererbt“ und „eine persönliche Entscheidung“0.34
E4 Stellung der Naturbeseelt und selbst heiligbeseelt und selbst heilig0.00

Die Positionen von Philosophischer Daoismus stützen sich vor allem auf Daodejing and Zhuangzi; die von Religiöser Daoismus auf Daozang liturgical corpus and Quanzhen/Zhengyi practice. Die Quellen je Zelle stehen auf der Seite der jeweiligen Tradition.

Welche der beiden steht Ihnen näher?

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