Beide Christentum — worin sie sich trennen

Luthertum und Quäker-Christentum (Religiöse Gesellschaft der Freunde)

Nahe Verwandte, und genau deshalb sind die 8 Achsen, auf denen sie abweichen, der interessante Teil. Mittlerer Abstand über alle siebzehn Achsen: 0.34 (0 hieße identisch).

LuthertumChristentum

Heil allein aus Gnade durch den Glauben allein, empfangen und nicht erarbeitet — die schärfste Position auf D1 in der ganzen Matrix. Behält Sakramente und Liturgie, verlagert die Autorität aber von der Hierarchie auf Schrift und Bekenntnisse.

Quäker-Christentum (Religiöse Gesellschaft der Freunde)Christentum

Das innere Licht in jedem Menschen, erreicht im Schweigen, ohne Klerus, ohne Bekenntnis und ohne Sakramente — die am gründlichsten entritualisierte Gemeinschaft des Christentums. Ihre Positionen zu Autorität und Praxis liegen dem Stoizismus näher als dem Katholizismus, und das ist einer der interessantesten Befunde, die die Matrix zutage fördert.

Worin sie übereinstimmen

  • A3 Vielheit

    Beide liegen bei streng eines — ein Abstand von 0.03.

  • C2 Gestalt der Zeit

    Beide liegen bei ein Leben, dann das Gericht — ein Abstand von 0.03.

  • D3 Der Körper

    Beide liegen bei zwischen „zu zügeln“ und „zu feiern“ — ein Abstand von 0.07.

Worin sie sich trennen

  • B1 Quelle der Wahrheit

    Luthertum: offenbart und feststehend. Quäker-Christentum (Religiöse Gesellschaft der Freunde): Vernunft und unmittelbare Erfahrung. Ein Abstand von 0.73 auf einer Achse, die von „offenbart und feststehend“ bis „Vernunft und unmittelbare Erfahrung“ reicht.

  • D2 Stellenwert des Rituals

    Luthertum: eher „wesentlich und vorgeschrieben“. Quäker-Christentum (Religiöse Gesellschaft der Freunde): freigestellt oder nicht vorhanden. Ein Abstand von 0.67 auf einer Achse, die von „wesentlich und vorgeschrieben“ bis „freigestellt oder nicht vorhanden“ reicht.

  • C3 Die menschliche Lage

    Luthertum: gefallen und auf Rettung angewiesen. Quäker-Christentum (Religiöse Gesellschaft der Freunde): eher „unwissend, aber im Grunde heil“. Ein Abstand von 0.60 auf einer Achse, die von „gefallen und auf Rettung angewiesen“ bis „unwissend, aber im Grunde heil“ reicht.

  • B3 Institutionelle Autorität

    Luthertum: zwischen „Klerus und Tradition entscheiden“ und „das eigene Gewissen entscheidet“. Quäker-Christentum (Religiöse Gesellschaft der Freunde): das eigene Gewissen entscheidet. Ein Abstand von 0.54 auf einer Achse, die von „Klerus und Tradition entscheiden“ bis „das eigene Gewissen entscheidet“ reicht.

  • E1 Ausschließlichkeit

    Luthertum: eher „ein einziger wahrer Weg“. Quäker-Christentum (Religiöse Gesellschaft der Freunde): eher „viele gültige Wege“. Ein Abstand von 0.54 auf einer Achse, die von „ein einziger wahrer Weg“ bis „viele gültige Wege“ reicht.

  • B2 Lesart heiliger Texte

    Luthertum: eher „wörtlich und bindend“. Quäker-Christentum (Religiöse Gesellschaft der Freunde): eher „metaphorisch, oder gar kein Text“. Ein Abstand von 0.45 auf einer Achse, die von „wörtlich und bindend“ bis „metaphorisch, oder gar kein Text“ reicht.

  • A4 Ort

    Luthertum: zwischen „gänzlich jenseits der Welt“ und „ganz in ihr gegenwärtig“. Quäker-Christentum (Religiöse Gesellschaft der Freunde): ganz in ihr gegenwärtig. Ein Abstand von 0.43 auf einer Achse, die von „gänzlich jenseits der Welt“ bis „ganz in ihr gegenwärtig“ reicht.

  • D1 Weg zum höchsten Gut

    Luthertum: als Gnade geschenkt. Quäker-Christentum (Religiöse Gesellschaft der Freunde): zwischen „als Gnade geschenkt“ und „durch Anstrengung oder Einsicht erlangt“. Ein Abstand von 0.42 auf einer Achse, die von „als Gnade geschenkt“ bis „durch Anstrengung oder Einsicht erlangt“ reicht.

Alle siebzehn Achsen

AchseLuthertumQuäker-Christentum (Religiöse Gesellschaft der Freunde)Abstand
A1 Göttliche Wirklichkeiteine göttliche Wirklichkeit existiert gewisseher „eine göttliche Wirklichkeit existiert gewiss“0.18
A2 Personhaftigkeitein personhaftes Gegenüber, das man ansprechen kanneher „ein personhaftes Gegenüber, das man ansprechen kann“0.25
A3 Vielheitstreng einesstreng eines0.03
A4 Ortzwischen „gänzlich jenseits der Welt“ und „ganz in ihr gegenwärtig“ganz in ihr gegenwärtig0.43
B1 Quelle der Wahrheitoffenbart und feststehendVernunft und unmittelbare Erfahrung0.73
B2 Lesart heiliger Texteeher „wörtlich und bindend“eher „metaphorisch, oder gar kein Text“0.45
B3 Institutionelle Autoritätzwischen „Klerus und Tradition entscheiden“ und „das eigene Gewissen entscheidet“das eigene Gewissen entscheidet0.54
C1 Fortbestand des Selbstbesteht in irgendeiner Form forteher „besteht in irgendeiner Form fort“0.22
C2 Gestalt der Zeitein Leben, dann das Gerichtein Leben, dann das Gericht0.03
C3 Die menschliche Lagegefallen und auf Rettung angewieseneher „unwissend, aber im Grunde heil“0.60
D1 Weg zum höchsten Gutals Gnade geschenktzwischen „als Gnade geschenkt“ und „durch Anstrengung oder Einsicht erlangt“0.42
D2 Stellenwert des Ritualseher „wesentlich und vorgeschrieben“freigestellt oder nicht vorhanden0.67
D3 Der Körperzwischen „zu zügeln“ und „zu feiern“zwischen „zu zügeln“ und „zu feiern“0.07
E1 Ausschließlichkeiteher „ein einziger wahrer Weg“eher „viele gültige Wege“0.54
E2 Ursprung des Kosmosein gewollter Akteher „ein gewollter Akt“0.16
E3 Ort der Zugehörigkeitzwischen „ein Volk, ererbt“ und „eine persönliche Entscheidung“eher „eine persönliche Entscheidung“0.20
E4 Stellung der Natureher „Schöpfung, zum Gebrauch gegeben“zwischen „Schöpfung, zum Gebrauch gegeben“ und „beseelt und selbst heilig“0.30

Die Positionen von Luthertum stützen sich vor allem auf The Book of Concord (1580); die von Quäker-Christentum (Religiöse Gesellschaft der Freunde) auf Quaker Faith & Practice (Britain Yearly Meeting) and Barclay’s Apology (1678). Die Quellen je Zelle stehen auf der Seite der jeweiligen Tradition.

Welche der beiden steht Ihnen näher?

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